
- Hund na und das Buch
- Kapitel 1 Hund na und
Kapitel 1 Hund na und
Kapitel 1 Hund na und
Was passieren kann
Für viele Menschen ist und bleibt das Thema Hund ein großes Mysterium.
Für mich ist es das auch, denn ich finde es sehr faszinierend zu sehen, was so alles in unseren vierbeinigen Freunden steckt.
Wäre es nicht manchmal besser, wir würden uns in vielen Situationen genauso verhalten wie sie? Meinen Sie nicht dass es dann in unserer schnelllebigen Zeit ein wenig entspannter wäre, oder sagen wir vielleicht sogar einfacher?
Ich denke, wir können noch so viel von unseren Hunden lernen.
Aber warum tun wir das nicht?
Diese Frage stelle ich mir leider immer wieder und ich habe bis heute noch keine passende Antwort gefunden, aber um der Antwort ein wenig näher zu kommen, habe ich mich dazu entschlossen, den Umgang mit dem Hund von Grund auf zu erlernen und zu meinem Beruf und zur Berufung zu machen.
Dies ist auch einer der Gründe warum ich mich entschlossen habe, vor 6 Jahren ein Hundeausbildungscenter zu eröffnen. Mir wurde klar, dass es möglich sein muss, einen vernünftigen Umgang mit dem Hund hinzubekommen, damit das Miteinander zwischen Hund und Mensch viel enger wird.
Nach langem Überlegen habe ich mich dazu durchgerungen, dieses Buch zu schreiben und möchte damit versuchen, Ihnen meine Sichtweise ein wenig näher zu bringen.
Dazu sollten wir einige Dinge auch einmal wirklich kritisch ansprechen. Meiner Meinung nach liegt ind der Gesellschaft mittlerweile ein falsches Bild vom Umgang mit dem Hund vor und genau hier müssen wir ansetzen. Deswegen stelle ich Ihnen hier eine ganz einfache Frage:
Gibt es eine Gebrauchsanweisung für Hunde?
Zuerst einmal möchte ich kurz die Definition einer Gebrauchsanweisung ansprechen damit die Antwort ein wenig einfacher wird.
Eine Gebrauchsanweisung ist eine eindeutige Anleitung etwas zu bedienen, oder zusammenzubauen.
Wir finden diese Anleitungen heute fast überall, bei Elektrogeräten, Autos, Handys, bei der Kindererziehung und bei vielen anderen Aufgabenstellungen, aber gibt es eine solche Gebrauchsanweisung auch für Hunde?
Kann ich meinen Hund nach einer solchen Anleitung erziehen?
Haben Sie sich diese Fragen schon einmal gestellt?
Und wie würden Sie diese Art der Gebrauchsanweisung definieren?
Wie sähe denn so eine Gebrauchsanweisung nun für Ihren Hund in der Praxis aus? Etwa wie ein Lehrbuch zum Nachschlagen, mit zahlreichen Illustrationen und verschiedenen Lektionen wie beim Erlernen von einer Fremdsprache?
Oder doch eher wie ein Lehrvideo oder eine DVD mit vielen Abschnitten, wonach Sie Ihren Hund step by step nach den einzelnen Lektionen erziehen können.
Und ist die Erziehung denn überhaupt das Wichtigste im Umgang mit dem Hund, oder besser gesagt das einzige was Sie mit Ihrem Hund machen sollten? Meine Antwort dazu ist ganz einfach aber dazu später mehr.
Ich arbeite überwiegend in den Bereichen Erziehung, Verhaltensberatung & Hundesport.
Während meiner täglichen Arbeit mit Hunden und Ihren Haltern, konnte ich wirklich sehr viele Erfahrungen sammeln und dabei sind mir immer wieder einige besondere Dinge und Geschichten aufgefallen.
Teilweise sehr traurige aber auch viel mehr die Happy End Geschichten. Eines ist mir aber bei meiner Arbeit besonders aufgefallen und deswegen habe ich mich auch entschlossen dieses Buch zu schreiben:
Denn viele Kunden und deren Hunde, sowie meine eigenen Tiere waren und sind meine besten Lehrmeister gewesen und sind es heute noch. Sie waren es, die mir auch den Leitfaden aufgezeigt haben mit Hunden umzugehen und sie auch zu verstehen.
Jeder Trainer oder sogenannte Hundepsychologe, sollte sich mit dem Tier Hund sehr genau auskennen. Angefangen von der Anatomie bis hin zur Verhaltensbegutachtung.
Fragen Sie doch einfach mal Ihren Trainer oder Fachmann, wie viele Zähne ein Hund hat oder wie genau die Sinnesorgane eines Hundes funktionieren.
Einzelheiten vom Sichtfeld oder der Hör ‑und Riechfähigkeit.
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Aber wie wird man denn eigentlich Hundetrainer?
Ich glaube fest daran, das auch wenn der Beruf des Hundetrainers in Deutschland irgendwie auch nur ansatzweise geschützt wäre, es doch sehr viel Erfahrung und vor allem auch Disziplin braucht um sich überhaupt annähend als Hundetrainer bezeichnen zu dürfen.
Viele Leute glauben, dass man so etwas mal nebenbei machen könne, um ein wenig Geld dazu zu verdienen und dass es doch nicht so schwer sein kann, einem Hund mal schnell etwas beizubringen.
Aber genau hier liegt der Fehler, und das macht unsere Branche auch so undurchschaubar. Und leider wird hier auch sehr viel Geld verdient, weil jeder gleich meint, er könne ausbilden oder sogenannte Fortbildungs¬seminare anbieten. Und das oft zu absolut überteuerten Preisen!
Nur leider sind diese zahlreichen Seminare und Zertifikate oft völlig nutzlos und kaum das Papier wert was bedruckt ist. Ja ich gehe sogar soweit, zu sagen dass ein Diplom eines Hundetrainers gar kein Diplom ist, denn laut unserer Rechtsprechung gibt es so etwas in dem Bereich gar nicht, und wird es so schnell auch nicht geben.
Genauso verhält es sich auch mit der Tierpsychologie und dem Kynologen. Alles leider Phantasieberufe, die einem Hundebesitzer nur etwas vorspielen sollen. Irgendwelche fachliche Qualifikationen findet man eher selten, und wenn, dann werden sie total überteuert angeboten.
Ich finde man sollte in seinen Beruf herein wachsen und diesen von Anfang an richtig erlernen.
Ich z.B. bin auf den Hundeplätzen groß geworden, und habe mich an die alten, erfahrenen Hundetrainer geheftet und sehr viel durch Zuschauen und Beobachten gelernt.
Eine fundierte Ausbildung dauert nun mal seine Zeit, ich vergleiche dies immer gerne mit einem Handwerksberuf, in dem auch eine Lernzeit von mindestens 3 Jahren zu absolvieren ist, bevor man auf die Leute losgelassen wird.
Aber leider ist es in diesem Beruf nicht so, da besuchen einige Leute ein paar Wochenendseminare und nennen sich dann Dipl. Hundetrainer oder Kynologe und werden dann auf die Kunden losgelassen.
Für mich leider unverständlich.
Natürlich sind Seminare und Fortbildungen unerlässlich, aber eben nur solche, die mir die Physiologie oder die ablaufenden Prozesse im Hund näher bringen und nicht irgendwelche Trainingsmethoden.
Vor allem nützt es wenig, wenn viele verschiedene Themen in Wochendseminaren abgearbeitet werden, oder die neuesten Methoden zur Erziehung erklärt werden.
Ich verstehe also unter einem Seminar, dass ich nicht unbedingt erfahren muss, wie jemand etwas erarbeitet, oder dass ich nicht die Ausbildungsmethoden eines bestimmten Hundekenners anwenden muss, um zum Ziel zu kommen.
Ich finde dass Erfahrungen und Praxis über mehrere Jahre hindurch viel mehr Wert sein können.
Gerade Verhaltensauffälligkeiten beim Hund zu erkennen, oder eine komplette Ausbildung beim Hund und Halter durchzuführen, beruht meiner Meinung nach nur auf Erfahrung und auf dem persönlichen Einfühlungsvermögen und das braucht halt seine Zeit.
Nur um meinen Kunden das Agility anbieten zu können, habe ich schon über 4 Jahre gebraucht, bis ich mich getraut habe, mein Wissen weiter zu geben.
Selber laufe ich schon seit 8 Jahren im Agility.
Auch kann ich konsequenterweise nur Kurse anbieten, hinter denen ich selber stehe und vor allem auch selber so trainiere. Wie Sie nun den passenden Trainier für sich und Ihren Hund finden, habe ich einmal in einer kurzen Checkliste weiter in einem späteren Kapitel zusammengefasst.
Diese Listen sollen Ihnen natürlich nur als Leitfaden dienen, aber entscheiden sollten immer Sie und vor allem Ihr Bauchgefühl.
Seit einigen Jahren stelle ich mehr und mehr fest, dass der Trend und der Boom rund um den Hund immer weiter zu nimmt.
Wir finden zahlreiche Zeitschriften und Bücher rund um den Hund in den Regalen aller Buchhandlungen. Wir schauen uns Lehrvideos an, ja sogar TV-Sendungen.
Wir hetzen von einem Seminar zum anderen, um den neusten Trend kennenzulernen, oder die neueste Erziehungsmethode kennenzulernen. Der Markt boomt und manch ein Hundebesitzer wird von dem schier übermäßigen Angebot total erschlagen und wirkt schnell überfordert, obwohl er nur den richtigen Weg finden will.
Gerade zu dieser Zeit habe ich mich entschlossen, auch ein Buch über Hunde zu schreiben, denn es wird meiner Meinung nach höchste Zeit, dieses große Thema Hund einmal anders zu beschreiben.
Dabei ist eines für mich ganz wichtig:
Ich möchte Sie einmal mitnehmen, ein wenig mehr über Ihren Hund zu erfahren, um dann auch besser mit ihm umgehen zu können.
Bei meiner Arbeit ist mir Vieles aufgefallen und eines ganz besonders klar geworden:
Wir sollten doch einfach mal ein wenig „back to the roots“, zu unseren Ursprüngen, zurückgehen.
Was halten Sie von dieser einfachen aber genialen Idee?
Ohne jeden Zweifel, ich finde es auch sehr wichtig dass die Forschung bei unseren vierbeinigen Freunden weiterhin voran getrieben wird und wir immer neue Erkenntnisse bekommen.
Denn bis heute und trotz unserer modernen technischen Möglichkeiten, sind wir immer noch nicht in der Lage, das Mysterium Hund komplett zu erkennen und zu erklären.
Wir kennen bei weitem noch nicht alle Prozesse, die in einem Hund ablaufen.
Deswegen unterstütze ich auf jeden Fall die wissenschaftlichen Forschungen auf diesem Gebiet und arbeite deswegen auch mit unserem Diplom-Biologen Mark Kaltner, der in diesem Buch die wissenschaftlichen Ausarbeitungen geschrieben hat, eng zusammen.
Training und gerade auch Verhaltenstraining sollte immer mit Unterstützung der Wissenschaft erfolgen. Aber einige Dinge stoßen mir dann doch ein wenig unangenehm auf!
Wieso sprießen immer mehr Hundeschulen aus dem Boden?
Wieso werden immer wieder neue Trainingsmethoden erfunden und worauf beruhen diese, wenn doch immer noch so viele Fragen offen sind?
Das wäre in meinen Augen ja so, als wenn jemand das Rad neu erfinden möchte. Vielleicht wird es ja gerade jetzt Zeit, auch mal den Hunde- und Erziehungs- Boom ein wenig kritischer zu betrachten.
Und was sollen die überteuerten Preise?
Ich finde eine vernünftige Hundeausbildung sollte doch auf jeden Fall bezahlbar bleiben. Und nicht dazu dienen, einen schnellen Euro zu machen.
Dafür sind Hunde nicht das richtige Mittel!

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